Gin Guide
Gin gehört zu den vielseitigsten Spirituosen und zeichnet sich durch eine grosse Bandbreite an Aromen und Herstellungsweisen aus. Von den historischen Ursprüngen bis hin zu modernen Produktionsmethoden hat sich Gin stetig weiterentwickelt. Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über die Geschichte, Herstellung sowie die wichtigsten Merkmale und Stilrichtungen dieser Spirituose.

Die Geschichte von Gin im Überblick
Die Entwicklung des Gins ist eine faszinierende Reise durch die Jahrhunderte, geprägt von Entdeckungen, Innovationen und gewachsenen Traditionen. Von seinen eher bescheidenen Anfängen als Heilmittel bis hin zu seiner heutigen Rolle als fester Bestandteil der internationalen Cocktailkultur hat Gin eine vielschichtige und abwechslungsreiche Entwicklung durchlaufen.
Die Herkunft von Gin
Wacholder wurde bereits ab dem 13. Jahrhundert zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen eingesetzt. Während der Pest nutzte man das Kraut zudem zum Ausräuchern von Räumen. Nach dem Ende dieser Zeit wurde Alkohol zunehmend zu Genusszwecken hergestellt. Da Getreide im Vergleich zu Wein einfacher verfügbar war und ab dem 16. Jahrhundert auch gebrannt werden konnte, entwickelte sich in ganz Europa eine ausgeprägte Kultur der Branntweinherstellung. Das anschliessende Aromatisieren von Kornbränden mit Wacholder legte den Grundstein für den niederländischen Genever. Im Zuge des Spanisch-Niederländischen Krieges kamen auch englische Soldaten, die an der Seite der Niederlande kämpften, erstmals mit Genever in Kontakt. Sie übernahmen die Idee, kopierten die Herstellung und entwickelten sie im eigenen Land weiter.
Allerdings reichen die Ursprünge der Destillation noch deutlich weiter zurück. Bereits in der Antike wurden Duftwässer sowie medizinische Tränke destilliert, und dieses Wissen wurde über die Jahrhunderte hinweg in verschiedenen Kulturräumen auf unterschiedliche Weise weiterentwickelt. Nicht ohne Grund hat sich daraus eine grosse Vielfalt an Gins entwickelt. Erst im Frühmittelalter wurden entscheidende Fortschritte erzielt, welche die Herstellung von Alkohol in der uns heute bekannten Form ermöglichten. Diese Entwicklungen fanden insbesondere im persisch orientalischen Raum statt.
Erste medizinische Anwendungen, bei denen Alkohol mit Wacholder kombiniert wurde, lassen sich bis etwa auf das Jahr 1000 nach Christus zurückführen. In der Frühen Neuzeit trug vor allem der Arzt Franziskus de la Boë, auch bekannt als „Urvater des Gins“, zur Weiterentwicklung bei. Er stellte geneverähnliche Spirituosen als Mittel gegen Magenbeschwerden her. Heute steht Gin jedoch in erster Linie für Genuss. Ähnlich erging es bereits seinen damaligen Patienten, denen das Getränk so gut schmeckte, dass sie es zunehmend als Genussmittel und weniger als Heilmittel nutzten.
Dies führte dazu, dass Genever in den Niederlanden offiziell als Wacholderschnaps vermarktet wurde. Wie bereits erwähnt, kamen die Engländer während des Spanisch Niederländischen Krieges mit Genever in Berührung. Einen entscheidenden Aufschwung erlebte die Spirituose jedoch erst im Jahr 1689, als Wilhelm von Oranien Nassau den englischen Thron bestieg. In dieser Zeit gewann der Wacholderschnaps in England stark an Popularität, entwickelte sich weiter und wurde unter dem Namen Gin bekannt. Schon bald war Gin aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.
Begeben Sie sich selbst auf Entdeckungsreise und erkunden Sie die Vielfalt an Gins aus unterschiedlichen Herkunftsländern, insbesondere aus Grossbritannien.
Gin Craze und Prohibition: Historische Entwicklungen rund um Gin
Gin ist eine Spirituose mit einer bewegten und facettenreichen Geschichte. Aufgrund seines hohen Alkoholgehalts und der im Vergleich zu Wein und Bier oft tieferen Preise wurde Gin im 18. Jahrhundert in England besonders in ärmeren Bevölkerungsschichten sehr populär. Dieser sogenannte Gin Wahnsinn, auch als Gin Craze bekannt, führte dazu, dass die Nachfrage stark anstieg und der Konsum deutlich zunahm. In London und Umgebung entstanden zahlreiche Destillerien, um den steigenden Bedarf zu decken. Die Qualität des Gins liess jedoch häufig zu wünschen übrig. Teilweise wurde das Getränk sogar mit Terpentin versetzt, was zu erheblichem Alkoholmissbrauch und einer Zunahme von Gewalt führte. Erst im Jahr 1751 griff die englische Regierung mit dem sogenannten Gin Act ein. Dieses Gesetz erlaubte den Verkauf von Gin nur noch durch lizenzierte Händler. In der Folge mussten viele Destillerien schliessen und die Qualität verbesserte sich deutlich.
Auch die Prohibition in den USA in den Jahren von 1920 bis 1933 hatte einen grossen Einfluss auf die Entwicklung des Gins. Ziel dieser Zeit war es, den Alkoholkonsum zu verbieten und einzuschränken. Stattdessen kam es jedoch zu einem Aufschwung illegaler Brennereien, und es entstand eine eigene Form des Gins, der sogenannte Bathtub Gin. Dieser oft in improvisierten Gefässen hergestellte Gin war häufig von geringer Qualität und konnte gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Trotzdem blieb Gin während der Prohibition sehr gefragt, da er vergleichsweise einfach herzustellen war und sich in sogenannten Speakeasies und versteckten Bars rasch verbreitete. Die Prohibition endete im Jahr 1933, doch die Beliebtheit des Gins blieb bestehen. Die Ereignisse dieser Zeit trugen wesentlich dazu bei, dass sich Gin langfristig als vielseitige Spirituose etablieren konnte.
Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie Gin nach Deutschland gelangte. Es wird vermutet, dass Soldaten aus Amerika und England ihn nach dem Zweiten Weltkrieg mitbrachten. Inzwischen wird Gin auch in Deutschland in zahlreichen Varianten produziert und geschätzt. Wenn Sie sich für deutsche Gins interessieren, finden sich heute zahlreiche hochwertige Abfüllungen aus unterschiedlichen Regionen.
Alles zur Herstellung von Gin
Am Anfang der Produktion steht die Destillation von Neutralalkohol. Dieser wird aus verschiedenen kohlenhydrathaltigen Ausgangsstoffen wie Getreide oder Melasse gewonnen. Der zunächst geschmacksneutrale Alkohol erhält sein charakteristisches Aroma erst durch die Zugabe von Wacholderbeeren sowie weiteren Botanicals wie Koriandersamen, Zitronenschalen oder Orangenschalen. Gemäss EU Spirituosenverordnung muss der verwendete Neutralalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs sein. Für die Herstellung von Gin kommen beispielsweise Vodka oder Korn zum Einsatz. Neben Getreide und Melasse kann Alkohol auch aus Kartoffeln, Trauben oder anderen Obstsorten hergestellt werden. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, wie vielfältig die Grundlagen für Gin sein können.
Destillation von Gin
Destillation von Gin
Durch einen weiteren Destillationsvorgang entsteht die für Gin typische klare Spirituose. Um unerwünschte Nebenprodukte wie Fuselöle, Methanol oder Essigreste zu entfernen, werden beim Brennvorgang Vorlauf und Nachlauf sorgfältig abgetrennt. Der Mittellauf, also das eigentliche Endprodukt, wird anschliessend durch Zugabe von Wasser auf eine gesetzlich festgelegte Trinkstärke von mindestens 37,5 Prozent Volumen reduziert. Gins mit höherem Alkoholgehalt werden häufig mit einem besonders intensiven und runden Geschmack in Verbindung gebracht. Während des Destillationsprozesses werden Wasser und Alkohol voneinander getrennt. Beim Erhitzen steigen die Alkoholdämpfe in der Brennblase auf und werden in eine gekühlte Spirale geleitet. Dort kondensiert der Dampf und wird wieder flüssig. Das Resultat ist ein hochprozentiger Alkohol mit einem Gehalt von rund 96 Prozent. Bevor dieser als Gin verwendet wird, muss er jedoch mit Wasser verdünnt werden, da er in dieser Form nicht trinkbar wäre. Die Erhitzung der Brennblase kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Eine klassische Methode ist die Beheizung mit offenem Feuer, die heute jedoch nur noch selten eingesetzt wird, da das Risiko des Anbrennens zu hoch ist. In der modernen Produktion wird stattdessen meist mit Gas oder elektrisch gearbeitet. Diese Verfahren ermöglichen eine präzise Steuerung der Temperatur und sorgen für gleichbleibende Qualität.
Lagerung von Gin
Lagerung von Gin
Grundsätzlich muss Gin nicht zwingend gelagert werden. Theoretisch kann er direkt nach der Herstellung abgefüllt werden. Dennoch gönnen viele Destillateure ihrem Gin eine Ruhezeit von etwa einer bis vier Wochen. In dieser Phase kann sich der Geschmack besser entfalten und wirkt insgesamt runder und harmonischer. Entscheidend ist dabei, dass die verwendeten Behälter kein eigenes Aroma abgeben, damit der ursprüngliche Geschmack des Gins unverändert bleibt. Geschmacksabweichungen wären sonst deutlich erkennbar. Häufig erfolgt die Lagerung in Glasballons oder Stahltanks. Es gibt jedoch auch Varianten, bei denen bewusst Holzfässer eingesetzt werden, die zusätzliche Aromen an den Gin abgeben. Da diese Fässer zuvor oft für andere Spirituosen verwendet wurden und bereits deren Aromen aufgenommen haben, entsteht eine besonders individuelle und charakteristische Geschmacksnote. Teilweise kann sich diese sogar von Flasche zu Flasche leicht unterscheiden. Die Vielfalt an unterschiedlichen Gin Sorten und Neuheiten zeigt, wie stark sich solche Einflüsse auf das Endprodukt auswirken können.
Abfüllung von Gin
Abfüllung von Gin
Im letzten Schritt wird der fertige Gin in Flaschen abgefüllt und anschliessend etikettiert, bevor er in den Verkauf gelangt. Wie bereits erwähnt, wird der Gin vor der Abfüllung mit Wasser auf die gewünschte Trinkstärke eingestellt. Dabei spielt die Qualität des Wassers eine entscheidende Rolle. Es sollte möglichst wenig Kalk und Mineralstoffe enthalten, da diese den Geschmack negativ beeinflussen können. Schliesslich möchten Sie einen Gin kaufen, der durch ein klares und ausgewogenes Aroma überzeugt. Noch vor dem Verdünnen legt der Destillateur fest, mit welchem Alkoholgehalt der Gin angeboten werden soll. Dafür ist ein genaues Verständnis des Verhältnisses zwischen Destillat und Wasser erforderlich. Erfahrene Geniesser, die regelmässig Gin probieren, erkennen Unterschiede im Alkoholgehalt oft bereits am Geschmack. Die Aromen verändern sich je nach Stärke und wirken unterschiedlich intensiv. Auch der Preis hängt unter anderem vom Alkoholgehalt ab, da sich die Alkoholsteuer daran orientiert und nicht am Verkaufspreis. Ein höherer Alkoholgehalt führt in der Regel zu einer höheren Besteuerung und somit auch zu einem höheren Endpreis. Der Alkoholgehalt von Gin darf gesetzlich nicht unter 37 Prozent Volumen liegen, was durch die EU Spirituosenverordnung festgelegt ist. Nach oben gibt es hingegen keine feste Begrenzung. Einige Varianten erreichen einen Alkoholgehalt von bis zu 57 Prozent Volumen und werden als Overproof Gin bezeichnet. Wenn Sie nach diesen Einblicken in Herstellung und Lagerung selbst einen Gin entdecken möchten, finden Sie in unserem Sortiment eine breite Auswahl an verschiedenen Sorten und passendem Zubehör.

Produktionsmethoden von Gin
Die Aromen eines Gins werden je nach Herstellungsweise in unterschiedlichen Phasen hinzugefügt. Grundsätzlich wird zwischen einer Aromatisierung während der Destillation und einer Zugabe nach der Destillation unterschieden. Dabei kommen verschiedene Verfahren wie Kaltauszug, Heissauszug oder Mehrfacharomatisierung zum Einsatz. Es existieren zahlreiche Möglichkeiten, Gin herzustellen und dem neutralen Alkohol das gewünschte Aroma zu verleihen.
Ähnliche Verfahren kommen auch bei der Herstellung anderer Spirituosen wie Rum zum Einsatz. Dennoch lassen sich die Produktionsschritte grob in vier Phasen einteilen, wobei einzelne Abläufe und zusätzliche Zwischenschritte je nach Destillateur variieren können. Der erste Schritt auf dem Weg zum fertigen Gin beginnt mit der Mazeration. Dabei werden dem Neutralalkohol Gewürze und Botanicals beigefügt. Anschliessend folgt die Destillation, bei der der aromatisierte Alkohol in einen Kessel gefüllt wird. Beim Erhitzen beginnt der Alkohol zu sieden, steigt als Dampf auf und wird danach wieder abgekühlt. Im nächsten Schritt erfolgt die Lagerung des Gins, die je nach Hersteller und Sorte zwischen einer und vier Wochen dauern kann.
Nach dieser Ruhephase wird der Gin mit Wasser auf die gewünschte Trinkstärke eingestellt und anschliessend an Händler ausgeliefert. Diese Prozesse verdeutlichen die Vielfalt der Herstellungsansätze und die Unterschiede zwischen einzelnen Gins.
Variante 1 mit Kaltauszug (Mazeration)
Variante 1 mit Kaltauszug (Mazeration)
Beim Kaltauszug werden dem Neutralalkohol verschiedene gemahlene oder ausgepresste Botanicals hinzugefügt. Durch die Verarbeitung der Zutaten können diese ihr volles Aromapotenzial entfalten. Dies zeigt sich deutlich im Geschmack, wenn ein solcher Gin verkostet wird. Nach einer gewissen Zeit wird das Destillat gefiltert, leicht verdünnt und anschliessend abgefüllt. Bei einer Mehrfachmazeration gewinnt der Gin zusätzlich an Tiefe und entwickelt komplexere Aromen. In diesem Fall darf er jedoch nicht mehr als London Dry Gin bezeichnet werden. Bei klassischen London Dry Gins erfolgt die Mazeration in der Regel nur einmal. Während des Einlegens der Botanicals werden Farb und Aromastoffe aus den Zutaten gelöst und an den Alkohol abgegeben. Die Botanicals sinken dabei nicht zu Boden, sondern verbleiben an der Oberfläche des Alkohols. Ein wesentlicher Unterschied zur klassischen Gärung besteht darin, dass die verwendeten Zutaten nicht genügend Zucker enthalten, um selbst Alkohol zu bilden. Daher müssen sie in bereits vorhandenem Neutralalkohol eingelegt werden. Einige Hersteller entwickeln das Aroma nicht während der Mazeration, sondern während der Destillation. In solchen Fällen werden die Botanicals in einen sogenannten Aromakorb gegeben. Die aufsteigenden Alkoholdämpfe strömen durch diesen Korb und nehmen dabei die Aromen der Pflanzenstoffe auf. So entstehen wiederum ganz eigene Geschmacksprofile. Die Vielfalt der Herstellungsweisen zeigt sich deutlich in den unterschiedlichen Stilrichtungen von Gin.
Variante 2 mit Heissauszug
Variante 2 mit Heissauszug
Beim Heissauszug werden unterschiedliche Botanicals zerkleinert und in rund 70 Grad warmen Alkohol eingelegt oder darin gezogen. Auf diese Weise können Kräuter und Gewürze ihre Inhaltsstoffe besonders schonend an den Alkohol abgeben. Im Unterschied zur klassischen Mazeration werden die Farb und Aromastoffe hier schneller aus den Zellstrukturen der Botanicals gelöst und effizienter in den Alkohol überführt. Dieses Verfahren ist jedoch anspruchsvoll und erfordert viel Erfahrung. Der Destillateur muss genau darauf achten, dass die Temperatur konstant gehalten wird und weder zu stark noch zu schwach erhitzt wird. Andernfalls besteht die Gefahr, dass unerwünschte Bitterstoffe freigesetzt werden. Da diese den Geschmack negativ beeinflussen, wird bei der Herstellung besonders sorgfältig gearbeitet, denn ein ausgewogenes und harmonisches Aromaprofil steht im Vordergrund.
Variante 3 mit Mehrfacharomatisierung (Perkolation)
Variante 3 mit Mehrfacharomatisierung (Perkolation)
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Gin mithilfe der Mehrfacharomatisierung herzustellen. Dieses Verfahren wird auch als Dampfinfusion bezeichnet. Dabei werden die Botanicals in grossen Sieben oberhalb des Brennapparates platziert. Der aufsteigende Alkohol wird zusammen mit Wasserdampf durch diese Siebe geleitet. Während dieses Prozesses lösen sich die feinen Aromen und werden schonend an die Spirituose weitergegeben. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode liegt darin, dass der Alkoholdampf hauptsächlich die gewünschten Geschmacksstoffe aufnimmt, während Bitterstoffe weitgehend vermieden werden. Da die Aromen im Vergleich zur Mazeration weniger intensiv ausfallen, werden bei dieser Herstellungsart häufig Botanicals verwendet, die bei anderen Verfahren zu dominant wären. Gleichzeitig ist es notwendig, grössere Mengen an Kräutern, Gewürzen und Früchten einzusetzen, um ein ausgewogenes Aromaprofil zu erreichen. Die Perkolation ist mit einem höheren Produktionsaufwand verbunden und führt entsprechend zu höheren Kosten. Gleichzeitig bietet dieses Verfahren den Vorteil, dass der so hergestellte Gin als Destilled Gin bezeichnet werden darf. Für den Endverbraucher bedeutet dies in der Regel einen höheren Preis, wobei diese Varianten insbesondere bei Kennern grosser Beliebtheit sind.
Neuheiten entdecken
Botanicals und Geschmacksnoten
Gin zeichnet sich durch eine grosse Vielfalt an Aromen aus, die durch sorgfältig ausgewählte Botanicals entstehen. Wacholder bildet dabei die Grundlage jedes Gins und verleiht ihm seinen charakteristischen Geschmack. Erst durch die Kombination mit weiteren Zutaten wie Beeren, Früchten, Kräutern, Gewürzen, Rinden, Samen und Wurzeln entwickelt sich die individuelle Aromatik der jeweiligen Sorte. Die genaue Zusammensetzung bleibt dabei häufig ein gut gehütetes Geheimnis der Destillerien.
Die Aromen von Gin lassen sich im Allgemeinen in fünf Kategorien einteilen:
- Wacholderbetonte Gins: Bei diesen Varianten steht der klassische Wacholdergeschmack im Mittelpunkt und wird häufig von dezenten Zitrusnoten sowie Koriander begleitet. Diese Gins eignen sich besonders gut für den puren Genuss oder für einen klassischen Gin Tonic.
- Zitrusbetonte Gins: Hier prägen frische Zitrusaromen wie Zitrone, Limette oder Bergamotte das Geschmacksprofil. Durch die Verwendung von Zitrusschalen entsteht ein erfrischender Charakter, der sich ideal für leichte und sommerliche Cocktails anbietet.
- Würzige Gins: Diese Gins zeichnen sich durch Kräuter und Gewürze wie Rosmarin, Thymian oder andere aromatische Pflanzen aus. Sie bringen eine intensive Würze mit und eignen sich hervorragend für komplexe Drinks.
- Florale Gins: Durch die Verwendung von Blüten wie Holunder oder Lavendel erhalten diese Gins eine feine, blumige Note. Sie wirken besonders mild und vielseitig und lassen sich in verschiedenen Cocktails einsetzen.
- Crispe Gins: Bei diesen Varianten sorgen Zutaten wie Pfeffer, Kardamom oder Paradieskörner für eine leicht scharfe und ausdrucksstarke Aromatik. Sie verleihen dem Gin eine markante und würzige Note.
Damit ein Gin geschmacklich ausgewogen wirkt, legen viele Hersteller grossen Wert auf eine harmonische Kombination unterschiedlicher Botanicals. Ziel ist es, ein stimmiges Zusammenspiel der Aromen zu erreichen, das die jeweilige Stilrichtung klar erkennbar macht. Wenn Sie verschiedene Stilrichtungen entdecken möchten, lohnt sich ein Blick auf unsere Gin Topseller.
Die beliebtesten Cocktails mit Gin
Ganz gleich, ob Sie neue Rezepte entdecken oder bekannte Klassiker neu interpretieren möchten, mit der passenden Auswahl an Gin lassen sich diese Cocktails auch zu Hause einfach zubereiten.
Hier finden Sie eine Auswahl bekannter Gin Cocktails sowie kurze Beschreibungen, die zeigen, wie vielseitig Gin eingesetzt werden kann.
Gin Tonic
Der Klassiker unter den Gin Drinks besteht aus einer einfachen Kombination von Gin und Tonic Water. Mit Zutaten wie Limette, Gurke oder weiteren Garnituren lässt sich der Drink individuell verfeinern und sorgt für eine erfrischende Note.
Negroni
Ein intensiver Cocktail mit bittersüssem Charakter. Der Negroni wird aus Gin, rotem Wermut und Campari gemischt und eignet sich hervorragend als Aperitif.
Gin Fizz
Dieser Cocktail überzeugt durch seine frische und spritzige Art. Die Kombination aus Gin, Zitronensaft, Zucker und Soda ergibt einen leichten Drink, der besonders an warmen Tagen beliebt ist.
Martini
Ein zeitloser Klassiker aus Gin und trockenem Wermut. Ob gerührt oder geschüttelt sowie mit Olive oder Zitrone verfeinert, bleibt ganz dem persönlichen Geschmack überlassen.
Gin Basil Smash
Ein moderner Cocktail mit intensivem Aroma. Frischer Basilikum, Zitronensaft und Gin sorgen für ein aussergewöhnliches Geschmackserlebnis und bringen Abwechslung ins Glas.
Tom Collins
Ein leichter Cocktail mit süss saurer Note. Die Mischung aus Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Soda macht ihn besonders zugänglich und eignet sich gut für Einsteiger.
French 75
Ein eleganter Cocktail, der Gin mit Schaumwein kombiniert. Zusammen mit Zitronensaft entsteht ein prickelnder Drink, der sich ideal für besondere Anlässe eignet.
Fazit
Gin vereint Tradition, Handwerk und eine grosse Vielfalt an Aromen. Wer sich mit den Grundlagen der Herstellung und den unterschiedlichen Stilrichtungen auseinandersetzt, kann die Charakteristik einzelner Gins besser verstehen und einordnen. Wenn Sie verschiedene Varianten entdecken möchten, finden Sie eine grosse Auswahl in unserer Gin-Kategorie.
FAQs
Zentrale Fragen zu Gin einfach und verständlich beantwortet.
Was ist Gin eigentlich?
Was ist Gin eigentlich?
Gin ist eine Spirituose auf Basis von Neutralalkohol, die durch Wacholderbeeren sowie weitere Botanicals aromatisiert wird. Wacholder ist dabei geschmacklich immer die prägende Zutat.
Wie wird Gin hergestellt?
Wie wird Gin hergestellt?
Die Herstellung umfasst mehrere Schritte, darunter Mazeration, Destillation und anschliessende Verdünnung auf Trinkstärke. Je nach Verfahren entstehen unterschiedliche Aromaprofile.
Welche Botanicals werden für Gin verwendet?
Welche Botanicals werden für Gin verwendet?
Neben Wacholder kommen häufig Zutaten wie Koriander, Zitrusschalen, Angelikawurzel oder Gewürze zum Einsatz. Die Auswahl beeinflusst den Geschmack entscheidend.
Wie viel Alkohol enthält Gin?
Wie viel Alkohol enthält Gin?
Gin muss einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 % Vol. aufweisen. Viele Varianten liegen leicht darüber, während einige deutlich stärker sein können.
Warum schmeckt Gin so unterschiedlich?
Warum schmeckt Gin so unterschiedlich?
Die grosse Vielfalt ergibt sich aus der Kombination verschiedener Botanicals sowie aus den jeweiligen Herstellungsverfahren. Dadurch entstehen unterschiedliche Stilrichtungen und Aromen.